Welterbeantrag

Auf dem Weg zum UNESCO-Weltkulturerbe

Der Welterbeantrag "Höhlen der ältesten Eiszeitkunst" umfasst drei Bände.
Der Welterbeantrag "Höhlen der ältesten Eiszeitkunst" umfasst drei Bände.

 

Seit 2012 wird am Landesamt für Denkmalpflege (LAD) die Nominierung der "Höhlen der ältesten Eiszeitkunst" (engl. "Caves with the oldest Ice Age art") vorbereitet. Der Antrag wurde von einer eigenen Arbeitsgruppe nach den Richtlinien der UNESCO erstellt. Die Arbeitsgruppe besteht aus drei Wissenschaftlern mit Schwerpunkt in der Eiszeitforschung und der Archäologie von Jägern und Sammlern. Anfang 2016 wurde der Welterbeantrag offiziell bei der UNESCO eingereicht. Die Entscheidung der UNESCO über die Aufnahme der „Höhlen der ältesten Eiszeitkunst“ als Weltkulturerbe wird voraussichtlich im Jahr 2017 fallen.

 

 

Höhlen, Funde, Landschaft - ein einzigartiges Ensemble

Die "Höhlen der ältesten Eiszeitkunst" sind eine weltweit einzigartige archäologische Fundlandschaft. Das Besondere sind nicht allein die in den Höhlenschichten exzellent erhaltenen ältesten mobilen Kunstobjekte und Musikinstrumente der Menschheit, sondern auch die außergewöhnliche Konzentration von Fundstellen des Aurignacien innerhalb einer Region. Dies zeigt, dass die Schwäbische Alb - insbesondere Ach- und Lonetal - eine für die frühesten modernen Menschen in Europa bevorzugte Siedlungslandschaft war.

Die Bedeutung der Höhlen, der Funde und der Landschaft als die drei tragenden Säulen des Welterbeantrags sind national und international durch ausgewiesene Experten bestätigt worden.

 

 

Kern- und Pufferzone (rot und blau) des geplanten Welterbegebietes im Achtal mit den Höhlen Geißenklösterle, Sirgenstein und Hohle Fels.
Kern- und Pufferzone (rot und blau) des geplanten Welterbegebietes im Achtal mit den Höhlen Geißenklösterle, Sirgenstein und Hohle Fels.
Kern- und Pufferzone (rot und blau) des geplanten Welterbegebietes im Lonetal mit den Höhlen im Bockstein, Hohlenstein und Vogelherd.
Kern- und Pufferzone (rot und blau) des geplanten Welterbegebietes im Lonetal mit den Höhlen im Bockstein, Hohlenstein und Vogelherd.

UNESCO-Kriterien

Nach den Richtlinien der UNESCO muss jedes Welterbe einen "außergewöhnlichen universellen Wert" besitzen und die Kriterien der Authentizität (historischen Echtheit) sowie der Integrität (Unversehrtheit) erfüllen. Zudem entspricht jede Welterbestätte mindestens einem von zehn weiteren UNESCO-Kriterien.

Für die auf der deutschen Tentativliste geführten "Höhlen der ältesten Eiszeitkunst" wurden im offiziell eingereichten Welterbeantrag die Kriterien (i) und (iii) angeführt:

(i) Sie stellen ein Meisterwerk der menschlichen Schöpferkraft dar.

(iii) Sie stellen ein einzigartiges oder zumindest außergewöhnliches Zeugnis von einer kulturellen Tradition oder einer bestehenden oder untergegangenen Kultur dar.

 

Weitere Informationen (in Deutsch) zu den UNESCO-Kriterien zur Einschreibung auf die Welterbeliste finden Sie auf der Website der Deutschen UNESCO-Kommission.

 

Weitere Informationen (in Englisch) zu den UNESCO-Kriterien zur Einschreibung auf die Welterbeliste finden Sie auf der Website des World Heritage Centre der UNESCO.

 

 

Wichtige Etappen auf dem Weg zum Welterbe

April 2009 Interessensvertreter beschließen Nominierung zum Weltkulturerbe
Februar 2012 Beginn der Arbeiten am Welterbeantrag im LAD
Dezember 2012 Einreichung des Tentativlistenvorschlags bei der Kultusministerkonferenz
Februar 2014 Begutachtung durch ein Expertenkomitee der Kultusministerkonferenz
Juni 2014 Die "Höhlen der ältesten Eiszeitkunst" werden auf Platz 1 der deutschen Tentativliste gesetzt
September 2014 Treffen aller Beteiligten mit Staatssekretär Ingo Rust MdL in Rammingen in der Nähe des Hohlensteins im Lonetal zur Abstimmung des weiteren Vorgehens
Juni 2015 Treffen der Beteiligten, Informationsveranstaltung in Ulm
September 2015 freiwillige Voreinreichung des Antrags beim World Heritage Centre
Januar 2016 Einreichung des endgültigen Antrags
Juli 2017 Entscheidung über Aufnahme in die Welterbeliste