UNESCO-Welterbe

Der Weg zum UNESCO-Welterbe

 

Von 2012 bis 2017 ist am Landesamt für Denkmalpflege (LAD) die Nominierung der Höhlen der Schwäbischen Alb als Weltkulturerbe vorbereitet worden. Der Antrag wurde von einer eigenen Arbeitsgruppe nach den Richtlinien der UNESCO erstellt. Die drei Wissenschaftler haben einen Schwerpunkt in der Eiszeitforschung und der Archäologie von Jägern und Sammlern. Anfang 2016 wurde der Welterbeantrag offiziell bei der UNESCO eingereicht. Die Entscheidung des Welterbekomitees, dass die „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ nun Weltkulturerbe sind, ist im Juli 2017 gefallen.

 

 

 

 

 

Höhlen, Funde, Landschaft - ein einzigartiges Ensemble

Die Welterbestätte "Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb" ist eine weltweit einzigartige archäologische Fundlandschaft. Das Besondere sind nicht allein die in den Höhlenschichten exzellent erhaltenen ältesten mobilen Kunstobjekte und Musikinstrumente der Menschheit, sondern auch die außergewöhnliche Konzentration von Fundstellen des Aurignacien innerhalb einer Region. Dies zeigt, dass die Schwäbische Alb - insbesondere Ach- und Lonetal - eine für die frühesten modernen Menschen in Europa bevorzugte Siedlungslandschaft war.

Die Bedeutung der Höhlen, der Funde und der Landschaft als die drei tragenden Säulen des Welterbeantrags sind national und international durch ausgewiesene Experten bestätigt worden.

 

 

UNESCO-Kriterien

Nach den Richtlinien der UNESCO muss jedes Welterbe einen "außergewöhnlichen universellen Wert" besitzen und die Kriterien der Authentizität (historischen Echtheit) sowie der Integrität (Unversehrtheit) erfüllen. Zudem entspricht jede Welterbestätte mindestens einem von zehn weiteren UNESCO-Kriterien. Für die Welterbestätte "Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb" wird das Kriterium (iii) der UNESCO angeführt:

 

Sie stellen ein einzigartiges oder zumindest außergewöhnliches Zeugnis von einer kulturellen Tradition oder einer bestehenden oder untergegangenen Kultur dar.

 

Weitere Informationen (in Deutsch) zu den UNESCO-Kriterien zur Einschreibung auf die Welterbeliste finden Sie auf der Website der Deutschen UNESCO-Kommission.

 

Weitere Informationen (in Englisch) zu den UNESCO-Kriterien zur Einschreibung auf die Welterbeliste finden Sie auf der Website des World Heritage Centre der UNESCO.

 

 

Der Welterbegedanke

Durch die Welterbeliste der UNESCO soll die Solidarität innerhalb der weltweiten Staatengemeinschaft zum Ausdruck kommen. Die Schaffung eines Bewusstseins für ein gemeinsames herausragendes Kultur- und Naturerbe soll ein friedliches Miteinander aller Länder der Erde fördern. Die Säulen der UNESCO – Bildung, Wissenschaft, Kultur und gegenseitiger Austausch – sind im Grundgedanken der Welterbekonvention verankert.

 

 

Wichtige Etappen auf dem Weg zum Welterbe

April 2009 Interessensvertreter beschließen Nominierung zum Weltkulturerbe
Februar 2012 Beginn der Arbeiten am Welterbeantrag im LAD
Dezember 2012 Einreichung des Tentativlistenvorschlags bei der Kultusministerkonferenz
Februar 2014 Begutachtung durch ein Expertenkomitee der Kultusministerkonferenz
Juni 2014 Die "Höhlen der ältesten Eiszeitkunst" werden auf Platz 1 der deutschen Tentativliste gesetzt
September 2014 Treffen aller Beteiligten mit Staatssekretär Ingo Rust MdL in Rammingen in der Nähe des Hohlensteins im Lonetal zur Abstimmung des weiteren Vorgehens
Juni 2015 Treffen der Beteiligten, Informationsveranstaltung in Ulm
September 2015 freiwillige Voreinreichung des Antrags beim World Heritage Centre
Januar 2016 Einreichung des endgültigen Antrags
Juli 2017 Sitzung des Welterbekomitees in Krakau, Polen. Einschreibung der "Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb" in die UNESCO-Welterbeliste als 42. deutsche Stätte.